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BÜRO UND VERWALTUNG  •  OFFICE BUILDINGS

































           SYMBOLPLUS OFFICE

           IN TOKIO


           Entwurf • Design SYMBOLPLUS, JP-Tokio



           Manchmal beginnt Zukunft mit einem leisen Schritt zurück. In ihrem
           eigenen Büro in Tokio demonstrieren die Innenarchitekten und Desi-
           gner von Symbolplus, welche gestalterische Kraft in konsequenter
           Reduktion steckt. Denn die behutsame Transformation eines Holz-
           baus von Akio Hayashi übersetzt Materialehrlichkeit und räumliche
           Disziplin in eine Arbeitsumgebung, die eine starke Wirkung entfaltet.



           von • by Janina Poesch
           D   as neue Büro der Tokioter Gestalter liest sich wie eine sorgfältige Fortschreibung des
               Bestands. Anstatt eines Abrisses oder expressiven Umbaus verfolgte das Team eine
           klare Haltung: Vorhandenes bewahren, künstliche Oberflächen vermeiden und Eingriffe
           nur dort durchführen, wo sie funktional notwendig sind. Dieses Credo prägte jede Ent-
           scheidung und verleiht dem Projekt nun eine ruhige Selbstverständlichkeit, die im heutigen
           Bürodiskurs selten geworden ist. Dabei war der Ausgangspunkt eine einfache wie ambiti-
           onierte Frage: Wie muss ein Büro heute funktionieren, wenn hybrides Arbeiten längst Nor-
           malität ist? Antworten suchten die Planer nicht in neuen Typologien, sondern in zeitlosen
           Qualitäten wie Tradition, handwerklicher Präzision und der sinnlichen Tiefe natürlicher
           Materialien. So werden ausschließlich regional bezogene Werkstoffe verwendet: rote Erde
           aus Ishikawa für die mehrschichtigen Putzoberflächen, recyceltes Washi-Papier, heimisches
           Zedern- und Zypressenholz sowie native Öle. Auf synthetische Beschichtungen und Kleb-
           stoffe wurde vollständig verzichtet. Gefertigt wurde jedes Detail von lokalen Fachhand-
           werkern, die Textur, Unregelmäßigkeit und Patina sichtbar wertschätzten. Die eigentliche
           Innovationkraft liegt nicht nur im räumlichen Entwurf, sondern in der intelligenten Wei-
           terverwendung vorhandener Ressourcen. Besonders eindrücklich zeigt sich dies bei den
           neu entwickelten Shoji-Elementen: Ein ursprünglich als zu fragil aussortiertes Tosa-Washi
           wurde hierfür mehrlagig verarbeitet und zu robusten Schiebewänden transformiert, die
           nun räumliche Flexibilität gewährleisten. Sie zonieren Arbeitsbereiche, schaffen Rückzugs-
           orte und lassen in Besprechungszonen Regale sowie Technik elegant verschwinden. Auch
           die Decke folgt dem Prinzip der kontrollierten Zurücknahme: Drehbare Holzpaneele geben
           die Beleuchtung nur bei Bedarf frei und minimieren so visuelle Unruhe. Technische Kom-
           ponenten treten in den Hintergrund, sodass die räumliche Klarheit im Vordergrund bleibt.
           So versteht Symbolplus das eigene Büro als flexibles Gefäß für hybride Arbeitsformen: Die
           Gestaltung bleibt bewusst offen für Aneignung, Gebrauchsspuren und zukünftige Anpas-
           sungen, und genau in dieser stillen Präzision entfaltet das Projekt seine größte Stärke …

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