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Wenn ihr an die kommenden Jahre im Präsidium und eure Teilhabe   Wo seht ihr die größten Chancen für die Innenarchitektur in den
                  an der Ausrichtung und Gestaltung des bdia denkt, was möchtet   nächsten 10 bis 20 Jahren?
                  ihr im Verband bewegen?
                                                                           Susanne: Ich sehe große Chancen für die Innenarchitektur, wenn
                  Andrea:  Ich  wünsche  mir,  dass  der  bdia  als  starker  Partner  im   wir als Berufsstand erforderlich für die Gestaltung zukunftsfähiger
                  politischen  Diskurs  wahrgenommen  wird. Unsere  Expertise im   Räume bleiben und es selbstverständlich ansehen, Qualität, Nach-
                  Umgang mit dem Bestand, unsere Nähe zu den Menschen, die   haltigkeit  und  gesellschaftliche  Verantwortung in  unsere  Arbeit
                  Vielfältigkeit unserer  Tätigkeitsbereiche und die gesellschaftli-  zu integrieren. Wir können tonangebend in der Entwicklung neuer
                  che Relevanz gut gestalteter Räume machen uns zu  wertvollen   Konzepte sein, visionär denken, innovative Ansätze vorantreiben und
                  Gesprächspartner*innen für aktuelle baupolitische Fragestellungen.   langfristig nachhaltig wirken – für Räume, die Menschen inspirieren
                  Das Präsidium, der Bundesrat und auch die Landesverbände haben   und die Umwelt respektieren.
                  gemeinsam die Aufgabe, diese Potenziale nach außen sichtbar zu
                  machen und gleichwohl nach innen die Mitglieder darin zu stärken,   Andrea: Wir arbeiten seit jeher im Bestand oder auch in bestehen-
                  selbst sichtbar zu werden und sich aktiv einzubringen – sei es in Form   den Strukturen. Die Wertschöpfungskette Bau ist jetzt seit Jahren auf
                  von ehrenamtlicher Mitwirkung oder aber auch mit der eigenen Arbe-  dem Weg zu einer Bauwende. Spannend ist jedoch, dass die Innen-
                  it. Ich vertraue dabei sehr auf die intensive Netzwerkarbeit, die ich   architektur mindestens genau so  viel Müll produziert und durch
                  seit meinem Beitritt vor 10 Jahren deutschlandweit immer wieder   die Schnelllebigkeit von Trends auch durchaus in vielen Sektoren,
                  erlebe, und auf die Transformationsfähigkeit unseres Verbands, die   z. B. Markenarchitektur. Hospitality, Messebau, kaum ressourcen-
                  sich gerade in den letzten Jahren deutlich gezeigt hat.  schonender oder klimaverträglicher agiert als der Hochbau. Wenn
                                                                           sich dies ändert – und wir zeigen, dass es auch im Innenraum mit
                  Susanne: Ich möchte aktiv zur Weiterentwicklung unseres Berufs-  zirkulären  Bauweisen  und  Beschaffungsmethoden  geht  –,  hat  es
                  standes beitragen und den bdia als kompetente, engagierte und   meiner Meinung nach einen echten Impact auf diejenigen, die die
                  zukunftsorientierte Stimme der Innenarchitektur sowohl innerhalb   Räume später nutzen. Es ist doch wunderbar, dass unsere Projekt-
                  der Branche als auch in der Öffentlichkeit deutlich präsent machen.   laufzeiten oftmals kürzer sind und wir so die Chance erhalten, ganz
                  Dabei ist es mir besonders  wichtig,  Themen  voranzubringen, die   zeitnah zu zeigen, wie man es anders macht. Und gleichzeitig kön-
                  unsere Arbeit relevanter, sichtbarer und wirksamer gestalten.  nen wir so die Nutzenden inspirieren, den erlebten, klimaverträglich
                  Aufgrund meiner langjährigen beruflichen Erfahrung kenne ich die   gestalteten Raum auch in anderen Lebensbereichen einzufordern.
                  Herausforderungen, Chancen und Zusammenhänge unseres Berufs-  Ich wünsche mir, dass wir bei Bauaufgaben der öffentlichen Hand,
                  feldes sehr genau. Dieses Wissen möchte ich nutzen, um den Dia-  bei Kinder- und Altenwohnen, im Klinik- und Museumsbau noch viel
                  log zwischen Praxis, Lehre und Politik zu stärken, den Nachwuchs zu   öfter von Anfang an mitbeauftragt werden. In meiner Wahrnehmung
                  fördern und Impulse in Richtung gesellschaftliche Verantwortung und   haben wir den Zugang bereits öffnen können und jetzt die Chance zu
                  nachhaltige Gestaltung zu setzen. Ich sehe den bdia als lebendigen   zeigen, was wir können.
                  Ort der Zusammenarbeit – eine Gemeinschaft, die voneinander lernt,
                  sich gegenseitig inspiriert und gemeinsam die Zukunft der Innenar-  Und zum Schluss: Welches Motto begleitet euch im Berufsalltag?
                  chitektur gestaltet.
                                                                           Andrea: Ich versuche immer, sehr aufs Zwischenmenschliche zu achten,
                  Welches berufspolitische Thema liegt euch besonders am Herzen?  sowohl im eigenen Team als auch mit dem Auftraggebenden, Projekt-
                                                                           beteiligten, Handwerkerinnen und Handwerkern. Wenn die Planungs-
                  Andrea: Zum einen ist es die Anpassung der Bauvorlageberechtigung   und Bauaufgaben komplizierter, die Terminkette enger, das Budget
                  für unseren Berufsstand. Die momentane Gesetzeslage dazu ist hetero-   straffer, die Kompromisse größer werden, ist es mir wichtig, das Mitein-
                  gen und schränkt uns in vielen Bundesländern erheblich in unserer   ander nicht zu verlieren. Ich plane mit Menschen, nicht nur für sie.
                  Berufspraxis ein. Das ist ein dickes Brett, umso besser ist es, dass wir
                  hier in die Architektenkammern und auch in den BAK-Ausschuss Innen-  Susanne: Mich begleitet im Berufsalltag das Motto, stets in Bewegung
                  architektur gut vernetzt sind und das Thema von allen Seiten angehen.   zu bleiben, Chancen zu erkennen, offen für neue Perspektiven zu sein
                                                                           und mit Begeisterung gemeinsam Dinge zu gestalten. Diese Haltung
                  Susanne: Besonders am Herzen liegt mir die Anerkennung und Sicht-  prägt auch meine Arbeit im bdia – immer mit dem Ziel, Entwicklungen
                  barkeit unseres Berufsstands. Innenarchitektur soll nicht nur gestal-  voranzubringen und Menschen miteinander zu verbinden.
                  tet, sondern auch verstanden und geschätzt werden – in Bauprojekten,
                  in der Politik und in der Gesellschaft. Ich setze mich dafür ein, dass
                  unsere fachliche Expertise sichtbar wird, Qualitätsstandards gestärkt
                  werden und Nachhaltigkeit sowie gesellschaftliche Verantwortung
                  fest in unserer Arbeit verankert sind. Mein Ziel ist es, Innenarchitektur
                  als kraftvolle, strategische und wertvolle Disziplin zu positionieren.
                                                                           Susanne Brandherm ist Innenarchitektin bdia. Nach verschiedenen Sta-
                  Andrea: Ebenso wichtig sind Marktzugang und Wirtschaftlichkeit   tionen in Kölner Innenarchitekturbüros gründete sie 1999 zusammen mit
                  oder auch das sich ändernde Berufsbild: Die meisten Innenarchitek-  Sabine Krumrey das Büro brandherm + krumrey interior architecture,
                  turbüros sind Einzelunternehmen, gleichwohl gibt es immer mehr   dessen Standort in Köln von ihr geleitet wird. Neben ihrer gestalterischen
                  Angestellte in größeren Strukturen. Es ist meines Erachtens essenziell,   Tätigkeit lehrte sie von 2013 bis 2015 an der Hochschule Trier und hat
                  dass man sich als Angehörige oder Angehöriger eines freien Berufes   aktuell einen Lehrauftrag an der Hochschule Düsseldorf, PBSA.
                  auch mit der eigenen Haltung auseinandersetzt. Hier wünsche ich
                  mir, dass wir es schaffen, den Wert unserer Arbeit weiter nach vorne   Andrea Rausch ist Innenarchitektin bdia und Projektleiterin im Berliner
                  zu stellen und unsere Mitglieder ermutigen, das Privileg des freien   Büro baukind. Zuvor war sie sowohl stellvertretende Landesvorsitzende
                  Berufes und die damit einhergehenden Verpflichtungen zum Wohle   des bdia Berlin/Brandenburg als auch Vorstandsmitglied der Berliner
                  der Gesellschaft ernst zu nehmen.                        Architektenkammer.


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