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BÜRO UND VERWALTUNG • OFFICE BUILDINGS THEORIE • THEORY
Fotos: Bernhard Strauss, Freiburg im Breisgau
Koehler Group, Willstätt: Marmortheke, Holzlamellendecke, biophile Elemente: Sozialraum mit gastronomischer Materialsprache • Marble counter, wooden slatted ceiling, biophilic elements: social space with gastronomic material
MEHR ALS INTERIEUR
WIE WISSENSCHAFT UND PRAXIS PSYCHE UND BÜROGESTALTUNG IN EINKLANG BRINGEN
von • by David Buggle, Freiburg im Breisgau, und Michael Stoz, Offenburg
zentrierte Arbeiten. Doch neueste Studien widerlegen diese These. D as Büro bietet eine Chance, die gerne übersehen wird: Es kann gesellschaftliche
Das Vorurteil hält sich hartnäckig: Offene Büros erschweren das kon-
Lücken füllen. In einer Zeit, in der traditionelle Zugehörigkeitsstrukturen wie Verei-
In einem dreiteiligen Forschungsprojekt der Partner AG mit der ne, Nachbarschaften und religiöse Gemeinschaften an Bindungskraft verlieren, kann der
Abteilung für Wirtschaftspsychologie der Universität Freiburg zeigte Arbeitsplatz zu einem Ort sozialer Einbettung werden: ein Ort, an dem Menschen Zuge-
sich, dass Multispace-Umgebungen nicht zu mehr Unterbrechungen hörigkeit spüren können. In Zeiten von mobilem Arbeiten, in denen Mitarbeitende oft nur
führen – wohl aber zu nützlicheren. Was das für die Innenarchitek- sporadisch im Büro sind, wird Mitarbeiterbindung zur strategischen Gestaltungsaufgabe
tur bedeutet, ist nicht nur eine Frage der Ästhetik: Das Büro wird für InnenarchitektInnen. Fakt ist: Leere Gänge sind Gift für die Unternehmenskultur und
zum strategischen Werkzeug, sagen David Buggle und Michael Stoz. regen auch die letzten Bürogänger zum Daheimbleiben an. Die Konsequenz? Unterneh-
men reduzieren Fläche, setzen auf moderne Bürokonzepte mit Desk Sharing oder versu-
The prejudice persists: open-plan offices make it difficult to concen- chen, mit strikten Back to Office-Regelungen ihre Schützlinge wieder an den Arbeitsplatz
trate on work. However, the latest studies refute this hypothesis. A zurückzubringen. Dieser Wandel bewegte die Partner AG in Freiburg und Offenburg dazu,
three-part research project conducted by Partner AG in collaborati- eine ganz besondere Kooperation mit der Abteilung für Wirtschaftspsychologie der Uni-
on with the Department of Business Psychology at the University of versität Freiburg einzugehen. Ein Projekt, drei Studien, drei unterschiedliche Methoden
Freiburg showed that multi-space environments do not lead to more und die übergeordnete Frage: Was ist das ideale Büro für die heutige Zeit? Die Ergeb-
interruptions – but to more useful ones. What this means for interior nisse zeigen mit erstaunlicher Deutlichkeit, dass das Multispace-Büro mit seiner Vielfalt
design is not just a question of aesthetics: the office is becoming a dem klassischen Zellenbüro in vielerlei Hinsicht überlegen ist. So gaben beispielsweise
strategic tool, say David Buggle and Michael Stoz. 75 Prozent der Teilnehmenden der Laborstudie an, sich im Multispace-Büro wohler zu
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