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Jasmin Jouhar
Foto: Marko Vrdoljak, Zagreb
1976 geboren, Studium Kunstgeschichte und Neuere Geschichte in Frankfurt und Berlin 2008—2016 Redakteurin bei Baunetz seit 2016
Freie Autorin, Redakteurin und Moderatorin in Bereich Innen-/Architektur und Design in Berlin, mit Veröffentlichungen in Fach- und
Publikumsmedien, aktiv in der Förderung von jungen DesignerInnen, mit Coachings, Jurys, Workshops und Vorträgen an Hochschulen
Foto: Julien Duval Photography, Zagreb Foto: Amadria Park Hotel Capital, Zagreb
„Ban“ (1): bedeutender Treffpunkt der Zagreber Bevölkerung • A significant meeting place for the people of Zagreb Bar mit Tresorraum: der Capital Private Club (12) im Amadria Park Hotel Capital (2) • Bar with safe room
Z agreb ist das perfekte Ziel für ein Wochenende: Die Stadt ist so überschaubar, dass viele andere historische Gebäude in Zagreb wurde sie beim verheerenden Erdbeben im
sich keine Überforderungsgefühle einstellen, und doch abwechslungsreich genug, März 2020 schwer beschädigt. In der Innenstadt gibt es immer noch viele Häuser mit brö-
dass keine Langeweile aufkommt. Herrlich gelegen zwischen Berg und Fluss, hat die Metro- ckelndem Putz und Rissen in der Fassade. Nun verlassen Sie die ausgetretenen Touristen-
pole auch architektonisch Einiges zu bieten: von Prachtbauten aus der k.u.k-Zeit über pfade, um sich auf die Spuren der frühen Moderne zu begeben, östlich vom Kaptol in der
moderne Wohn- und Geschäftshäuser aus den 1930er-Jahren bis hin zur sozialistischen Ulica Vjenceslava Novaka (6). Hier reihen sich an einem Hügel modernistische Villen und
Architektur. Ein weiteres Plus ist die hervorragende Küche, in der sich herzhafte Balkan- Wohnungsbauten aus den 1930er-Jahren aneinander und überzeugen mit Flachdächern,
gerichte mit österreichischen und italienischen Einflüssen mischen. Fensterbändern, hellen Putzfassaden und schwungvoll auskragenden Balkonen – Archi-
tekturfans dürften sich an die Stuttgarter Weißenhof-Siedlung erinnert fühlen ...
Samstag: Vom Hügel der frühen Moderne in einen Banktresor r 16 Uhr — Von der frühen Moderne geht es weit zurück in die Stadtgeschichte: nach Gra-
dec (7), in die seit dem Mittelalter entstandene Altstadt, die westlich vom Klerikerhügel
r 10 Uhr — Das Herz von Zagreb ist der Trg bana Josipa Jelacica (1), von den Einheimi- Kaptol liegt und durch einen Taleinschnitt von ihm getrennt ist. Heute ist Gradec das
schen kurz „Ban“ genannt. Hier steht nicht nur die Reiterstatue des Nationalhelden Ban politische Zentrum: In der Gegend um den Markusplatz und die Markuskirche haben das
Josip Jelacic, er ist auch der perfekte Ausgangspunkt, um die Stadt zu erkunden. Denn Parlament und die Regierung ihren Sitz. Absperrungen und Einschränkungen gehören in
von hier aus erreichen Sie die gesamte Innenstadt bequem zu Fuß oder mit der Straßen- den engen Gassen deshalb zum Alltag. Wer mehr über die Geschichte von Zagreb erfah-
bahn – der langgestreckte Platz liegt strategisch günstig zwischen der Oberstadt an den ren möchte, besucht das Stadtmuseum Muzej grada Zagreba (8) (Opaticka ul. 20), das
Hängen des Hausbergs Medvednica und der Unterstadt. Nur wenige Schritte entfernt (und sich in einem ehemaligen Klostergebäude befindet. Hier begegnen Sie auch der Straße
deshalb ideal als Basis für ein Wochenende) liegt das Amadria Park Hotel Capital (2) der Moderne wieder, mit einem großen Modell, Zeichnungen und historischen Fotos der
(Jurišiceva ul. 22) in einem ehemaligen Bankgebäude aus den Anfangsjahren des 20. Jahr- Häuser. Zudem erhalten Sie mit einem wandfüllenden Modell der sozialistischen Plan-
hunderts. Entworfen von den Wiener Architekten Ernst Gotthilf und Alexander Neumann, stadt Novi Zagreb einen ersten Ausblick auf das Programm für Sonntag. Ebenfalls zu emp-
diente es als Filiale des Wiener Bankvereins. Um etwas vom Lebensgefühl der kroatischen fehlen in der Oberstadt ist das Atelierhaus des Bildhauers Ivan Meštrovic (9) (Mletacka
Hauptstadt einzusaugen, besuchen Sie am besten als Erstes den Dolac-Markt (3) (Dolac 9) ul. 8), in dem er einst wohnte und arbeitete. Neben der Ausstellung seiner Werke in den
direkt oberhalb des „Ban“. Dort werden jeden Tag bis zum frühen Nachmittag frische Innenräumen sind auch der Hof und der Garten sehenswert.
Lebensmittel, lokale Spezialitäten, Handwerk und Souvenirs angeboten. Danach können r 18 Uhr — Der Abend wird mit einem Spaziergang über Zagrebs Hauptmeile Ilica (10) ein-
Sie im Bistro Amfora (4) (Dolac 2) unter den Kolonnaden des Marktplatzes einen schnel- geläutet. Vor allem in den südlichen Seitenstraßen gibt es zahlreiche Restaurants, deren
len Kaffee und einen authentisch-kroatischen Snack genießen. Niveau vom besseren Imbiss bis zum gehobenen Feinschmeckerlokal reicht. Nett und
r 12 Uhr — Vom Markt aus geht es ein Stück den Berg hinauf auf den Kaptol (5), das unprätentiös ist zum Beispiel das Bistro Beštija (11) (Masarykova ul. 11/1): Die Küche ist
Allerheiligste der Stadt. Dort thront der Dom, der seit dem 13. Jahrhundert in mehreren international mit Klassikern wie Beef Tatar oder Filet Mignon, die mit asiatischem Twist
Abschnitten errichtet wurde und die größte Kirche im katholischen Kroatien darstellt. serviert werden. Zurück im Hotel, nehmen Sie am besten den Fahrstuhl ins Untergeschoss
Zuletzt war die Kathedrale wegen umfassender Renovierungsmaßnahmen geschlossen, zum Capital Private Club (12) im ehemaligen Tresorraum und nehmen Ihre Drinks in
seit Ende 2025 ist sie für Gläubige sowie die Öffentlichkeit aber wieder zugänglich. Wie englischer Clubatmosphäre mit Blick in den offenen Tresor ein.
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